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30.11.2017

Sicherheit um jeden Preis - Mondscheincafé setzt Zeichen gegen Häusliche Gewalt

„Häusliche Gewalt darf weder Tabu-Thema noch Privatsache sein. Sie muss öffentlich gemacht werden. Die Opfer - meist Frauen und Kinder - brauchen Unterstützung.“ Für diese Ziele setzt sich im Ennepe-Ruhr-Kreis der Runde Tisch EN gegen Häusliche Gewalt ein. Rund um den 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, sind die Mitglieder auch in diesem Jahr in sieben von neun Städten an Infoständen präsent. „Sicherheit um jeden Preis.“ Mit dieser auf 2.000 Geldbörsen aufgedruckten Botschaft ächtet der Runde Tisch EN gegen Häusliche Gewalt Schläge, Demütigungen und Kontrolle in den eigenen vier Wänden und durch den Partner.

In Gevelsberg lädt Gleichstellungsbeauftragte Christel Hofschröer schon traditionell mit vielen engagierten Bürgerinnen und Fachleuten rund um das Thema Häusliche Gewalt zum Mondscheincafé beim Gevelsberger Mondscheinbummel ein. „Wir möchten damit Frauen ermutigen, Wege aus der Gewalt zu wagen und gleichzeitig ein Zeichen gegen Gewalt setzen. Für Frauen, die zuhause Demütigungen und Gewalt erfahren, ist es erfahrungsgemäß ungemein hilfreich zu erfahren, dass sie nicht alleine betroffen sind und auch nicht alleine gelassen werden. Oft dauert es Jahre, bis Frauen den Mut finden, sich jemandem anzuvertrauen und professionelle Hilfen in Anspruch zu nehmen. Gleichzeitig möchten wir deutlich machen, dass Gewalt gegen Frauen weder privat ist, noch mit persönlichem Versagen zu tun hat. Sie kann jede Frau treffen und ist eine Herausforderung für uns alle“, beschreibt Hofschröer die Lobbyarbeit der vielen Menschen, die in diesen Tagen unterwegs sind, um Respekt gegenüber Frauen einzufordern und zu zeigen, wo Frauen Hilfe finden.

Unterstützt durch die Stadtspitze und viele Mitstreiterinnen lädt die Gleichstellungsbeauftragte dazu ein, das Café als Treffpunkt beim Mondscheinbummel zu nutzen, zu verweilen, sich über die Sicherheitslage von Frauen zu informieren und Ansprechpartnerinnen kennen zu lernen. Wer dann noch einen Punch oder Glühwein erwirbt, unterstützt damit die Arbeit des Frauenhauses EN. 

Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, vorbeizukommen und ein solidarisches Frauenleben in Gevelsberg zu unterstützen.

Treffpunkt am 1. Dezember um 18 Uhr ist der Stadtpavillion auf der Höhe der Mittelstraße 88 vor der VHS. Die stellvertretende Bürgermeisterin Annette Bußmann wird die Anwesenden dort begrüßen. 

Weitere Informationen erteilt gerne Gleichstellungsbeauftragte Christel Hofschröer unter 02332/ 771124 oder christel.hofschroeer@stadtgevelsberg.de 

 

Hier finden Frauen Unterstützung:

Wenn Frauen akut bedroht und misshandelt werden sollten sie die Polizei rufen unter 110. Das Frauenhaus.EN bietet Frauen und ihren Kindern Tag und Nacht Zuflucht und Sicherheit unter 02339-6292. Wenn Frauen hin- und hergerissen sind zwischen ihren Gefühlen, nicht wissen, ob sie bleiben oder gehen sollen, überlegen, wovon sie nach einer Trennung leben sollen, sich um ihre Kinder sorgen etc., dann sollten sie die Frauenberatung aufsuchen. Die Beraterinnen unterstützen sie dabei, sich vor weitere Gewalt zu schützen und ihrem Leben eine neue Perspektive zu geben. Frauen können sich aber auch an die städtische Gleichstellungsbeauftragte wenden, um von dort weitere Hilfen zu erfahren.

Notruf-Nummern

Polizei 110

Frauenhaus.EN 02339-6292

Frauenberatung.EN 02336-4759091

Opferschutz der Polizei 02336-91662956

Weißer Ring 02333-6099060

 

Bundesweites Hilfetelefon in vielen Sprachen 08000 116016

anonym, kostenlos, Tag und Nacht

 

Stichwort Aktionen des „Runden Tisches EN gegen Häusliche Gewalt“

Um Gewalt an Frauen und Kindern zu ächten, hat der Runde Tisch alljährlich seit 2004 eine kreisweite Aktion initiiert. Dabei wurden die Botschaften in der Vergangenheit unter anderen auf 200.000 Brötchentüten und 50.000 Taschentuchpäckchen, 1.000 Regenschirmen und 2.500 Eiskratzern, 1.500 Trillerpfeifen und auf Plakaten und Bannern in die Öffentlichkeit getragen. Sie lauteten beispielsweise „Gewalt kommt nicht in die Tüte.“ „Keine Gewalt gegen Frauen. Wir haben die Nase voll!“ „Wir lassen Frauen nicht im Regen stehen.“ „Eiskalt gegen Häusliche Gewalt.“ 2015 lautete die Botschaft auf 1.500 Brillenputztüchern „Jetzt sehen Sie klar - GEWALT hat viele GESICHTER!“.

Stichwort „Runder Tisch EN gegen Häusliche Gewalt“

Der „Runde Tisch EN gegen Häusliche Gewalt“, der die Aktionen geplant und vorbereitet hat, besteht seit 1999. Er vernetzt viele Institutionen und Fachleute aus Justiz, Polizei, dem Opferschutz, den Beratungsstellen, dem Frauenhaus, der Frauenberatung, dem Gesundheitswesen und die Gleichstellungsbeauftragten der Städte und der Kreisverwaltung miteinander, um den gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern im Ennepe-Ruhr-Kreis ein sichereres Leben zu ermöglichen. Schirmherr ist Landrat Olaf Schade.