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16.07.2018

Pressemitteilung Spitzengespräch Elbeschetalradweg

Einen durchgängigen Radweg mit Durchfahrungen sämtlicher Tunnelbauwerke zu schaffen, das war das Thema und zugleich die klare politische Forderung eines hochkarätigen regionalen Spitzengesprächs, zu dem Bürgermeister Claus Jacobi Ende Juni ins Gevelsberger Rathaus eingeladen hatte. Die Bürgermeisterin der Stadt Schwelm, Gabriele Grollmann, der Bürgermeister der Stadt Wetter (Ruhr), Frank Hasenberg, der Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises, Olaf  Schade, die Regionaldirektorin des RVR, Karola Geiß-Netthöfel, der Landtagsabgeordnete und verkehrspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Bodo Middeldorf, Ludger Siebert als Leiter der Regionalniederlassung Südwestfalen von Straßen NRW sowie weitere Vertreter einzelner Fachverwaltungen waren gekommen, um gemeinsam Verfahrens- und Förderwege für das ehrgeizige Projekt auszuloten. Ziel der Initiative ist eine Radwegeverbindung, die höhengleich von der Ruhr in Wetter-Wengern über Gevelsberg bis nach Schwelm führt und somit das Radwegenetz des Ruhrgebiets mit der Nordbahntrasse in Wuppertal verknüpft und damit NRW-weite Bedeutung erlangt.

Die derzeitigen Planungen sehen aus ökologischen Gründen, insbesondere zum Schutz des ökologisch wertvollen Hangschluchtwaldes am Nordportal des Silscheder Tunnels, derzeit noch eine aufwändige und  mit erheblichen  Höhenmetern belastete Umfahrung des Silscheder Tunnels auf einer Gesamtlänge von ca. 2,5 km vor. Die Stadt Gevelsberg hat daraufhin die Konzeption eines technischen Bauwerkes beauftragt, dass die Bahntrasse im Bereich des Hangschluchtwaldes sicher von diesem trennt und dadurch sowohl dem Schutz des einzigartigen Biotops wie auch dem Schutz der Nutzerinnen und Nutzer vor herabstürzendem Astwerk Rechnung trägt. Ein in dieser Form bislang einmaliger Vorschlag zur Lösung des Zielkonflikts zwischen den Ansprüchen an einen klimaneutralen Radverkehr und einem effektiven Naturschutz.

Dementsprechend beeindruckt und überzeugt zeigten sich die Teilnehmer auch von dem in der Sitzung vorgestellten Lösungsvorschlag. Mit gleicher Kreativität und Konsequenz sollen nun auch Lösungen für die Tunneldurchfahrung selbst angegangen werden, bei der der Schutz dort heimischer Fledermäuse ebenfalls artenschutzgerecht gelöst werden soll. Auf dieser Grundlage sprachen sich alle Teilnehmer dafür aus, dass der Landesbetrieb Straßen NRW als derzeitiger Baulastträger des Radweges den Lückenschluss in Silschede in seiner weiteren Planung berücksichtigen und umsetzen sollte. Um dies zu erreichen, wollen die Regionaldirektorin des RVR, EN-Landrat Olaf Schade und die Städte Gevelsberg, Schwelm und Wetter (Ruhr) sich in einer gemeinsamen Initiative an die Landespolitik wenden. Bodo Middeldorf versprach in seiner Funktion als verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, die Türen zum zuständigen Verkehrsministerium für diesen Vorstoß zu öffnen.

Schwelms Bürgermeisterin Gabriele Grollmann betonte schließlich noch einmal die besondere Bedeutung, die dem Ausbau der Trasse über den S-Bahnhaltepunkt Gevelsberg West hinaus unter Nutzung des Schwelmer Tunnels bis nach Schwelm zukommt. Unterstützt durch ihren Gevelsberger Kollegen Claus Jacobi sicherten beide Stadtspitzen für diesen weiteren Lückenschluss ihre volle Unterstützung zu und machen sie zugleich zu ihrer gemeinsamen politischen Forderung. Der Lückenschluss würde Radfahrern endlich die Chance geben, attraktive und sichere Routen bis nach Wuppertal zur Nordbahntrasse zu finden und eine Verbindung von der Ruhr zur Wupper schaffen.

Dank der guten Kooperation und des festen Willens aller Beteiligten, das Projekt zur Umsetzung zu bringen, werden nun die Städte Gevelsberg und Schwelm unter Kostenbeteiligung des Ennepe-Ruhr-Kreises eine weitere Artenschutzprüfung auf Grundlage der vorliegenden Planungen in Auftrag geben. Über alle kommunalen und parteipolitischen Grenzen hinweg wollen die Beteiligten der Zusammenkunft im Gevelsberger Rathaus deutlich machen, dass eine durchgängige und höhengleiche Radverkehrstrasse von der Ruhr zur Wupper quer durch den Ennepe-Ruhr-Kreis das regionale Schwerpunktthema einer modernen und klimabewussten Mobilitätspolitik sein muss.