Hilfsnavigation




08.09.2016

»Frauen finden Unterstützung«

Frauen finden Unterstützung – Wegweiser lotst zu Anlaufstellen für zugewanderte und geflüchtete Frauen im Ennepe-Ruhr-Kreis 

Er ist leuchtend rot, 32 Seiten stark, enthält 60 Anlaufstellen und jede Menge Informationen, Links und Tipps, die zugewanderte und geflüchtete Frauen im Ennepe-Ruhr-Kreis unterstützen: Der Wegweiser „Frauen finden Unterstützung“ ist neu überarbeitet und gerade druckfrisch erschienen.

Arbeitshilfe für Ehrenamtliche und Profis

„Die Informationsbroschüre ist für alle interessant, die in ihrem beruflichen oder privaten Alltag häufig Kontakt mit zugewanderten und geflüchteten Frauen haben. Aber auch ratsuchende Frauen sollen sich anhand des Wegweisers orientieren können“, so die Autorinnen vom Runden Tisch EN gegen Häusliche Gewalt, Christel Hofschröer und Petra Bedow, Gleichstellungsbeauftragte bei der Stadt Gevelsberg und bei der Kreisverwaltung sowie Stephanie Kattenborn von der Frauenberatung.EN. „Wie wollen die regionale Unterstützungsstruktur für zugewanderte und geflüchtete Frauen sichtbar und besser zugänglich machen“ beschreiben sie ihre Motivation für die Neuauflage der Informations- und Mutmachbroschüre.

Wegweiser beschreibt den Weg, den Frauen gehen können

So erklärt der Wegweiser im ersten Teil den Weg, den Frauen gehen können, wenn sie zuhause oder auf der Flucht Gewalt und Demütigungen erleben bzw. erlebt haben. Er nennt Anlaufstellen und Einrichtungen, die beraten, begleiten und schützen, wie die Frauenberatung.EN, die Polizei, das Frauenhaus, den WEISSEN RING und Pro Familia, sowie psycho-soziale Beratungsstellen für Geflüchtete und das Bundesweite Hilfetelefon, das muttersprachlich in 15 Sprachen berät. 

Der Situation geflüchteter Frauen wird mit einem besonderen Kapitel Rechnung getragen. Ehrenamtlich Tätige finden hier Tipps im Umgang mit geflüchteten traumatisierten Frauen, sowie psychosoziale Beratungsangebote für Geflüchtete, um das Erlebte zu überwinden

Im zweiten Teil lotst der Wegweiser zu Einrichtungen, die beim Aufbau einer neuen Lebensperspektive helfen. Er führt zu Deutsch- und Integrationskursen und nennt Migrations- und andere Beratungsstellen, die helfen, sozial und beruflich Fuß zu fassen. Er gibt Beispiele für gute Kontakte in Stadtteiltreffs und Müttercafés und beschreibt wann Gleichstellungsstellen, Integrationsräte und andere Anlaufstellen eine gute Adresse sind; dazu viele hilfreiche Tipps, Links und Hinweise auf Materialien und Fortbildungsangebote z. B. der Frauenberatung.EN. 

„Wer eine Frau unterstützen will, ist nicht nur bei einem Thema“,

beschreibt Stephanie Kattenborn den Beratungsalltag in der Frauenberatung.EN und das Spektrum des Beratungsführers. „Oft braucht es mehrere Arten von Unterstützung, um sich aus gewalttätigen Beziehungen zu lösen. Da können Kontaktmöglichkeiten eine Rolle spielen, um sich nicht alleine zu fühlen oder eine Aufenthaltsproblematik muss geklärt werden“. 

„Viele Frauen verstehen unsere Hilfen nicht“

„Viele Frauen, die nicht hier aufgewachsen sind, wissen nicht, wo sie Hilfe bekommen, wen sie ansprechen können. Dies gilt umso mehr, wenn sie isoliert leben, sich nicht verständigen und niemandem anvertrauen können oder Angst vor einer Abschiebung haben“, so die Autorinnen. „Deswegen sind „Türöffnerinnen“ für uns so wichtig, die Kontakte zu Einrichtungen vermitteln können. Dies können engagierte Bürgerinnen in Müttercafés oder Stadtteiltreffs ebenso sein, wie Fachkräfte in Integrationskursen und Behörden, oder aktuell die vielen Patinnen und Paten, die geflüchtete Frauen begleiten“. 

„Für sie soll der Wegweiser eine Arbeitshilfe sein und Orientierung bieten, etwas mehr Licht in den Dschungel der Beratungsangebote bringen und Hinweise auf mögliche Kooperationen geben.“

Auflage liegt bei 5.000 Exemplaren

Der Wegweiser „Frauen finden Unterstützung“ wurde vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW unterstützt in einer Auflage von 5.000 Exemplaren gedruckt. Verantwortlich für das neue Design ist Melanie Katzuba von der DIAgGmbH in Gevelsberg. Erhältlich ist er über die die Gleichstellungsbeauftragten der Städte und bei der Kreisverwaltung oder als digitale Version unter www.en-kreis.de, www.gevelsberg.de, www.frauenberatung-en.de und www. vielfalt-en.de. Die Web-Version soll halbjährlich aktualisiert werden. 

Kontakt:

Petra Bedow, Geschäftsführerin des Runden Tisches EN gegen Häusliche Gewalt und Gleichstellungsbeauftragte des Ennepe-Ruhr-Kreises, 02336 932430, p.bedow@en-kreis.de  

Christel Hofschröer, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gevelsberg und Ansprechpartnerin für die Fortschreibung des Wegweisers, 02332 771124, christel.hofschroeer@stadtgevelsberg.de 

 

Stephanie Kattenborn, Frauenberatung.EN, Fachberatung und Ansprechpartnerin für Ratsuchende, 02336 4759091, info@frauenberatung-en.de 

Stichwort Runder Tisch:

Am Runden Tisch EN engagieren sich seit 1999 Menschen aus unterschiedlichen Berufsgruppen für den Schutz von Frauen und Kindern im Ennepe-Ruhr-Kreis, sowie eine gute Versorgung von Frauen und Kindern, die Gewalt (mit)erleben. Hierzu gehören die Polizei, (Staats) Anwältinnen, Opferschutzbeauftragte, Fachkräfte aus der Frauenberatung, den Jugendämtern, dem Kinderschutzbund, dem Gesundheitswesen, Gleichstellungsstellungsbeauftragte und die Politik. Geschäftsführerin ist Petra Bedow.